Bory Tucholskie

Park Narodowy Bory Tucholskie - Flora im Nationalpark

Flora im Nationalpark

Die Pflanzenwert im Nationalpark Tucholer Heide wird durch herrschende Boden- und Klimaverhältnisse determiniert. Trotz einer geringen Parkfläche und wenig abwechslungsreicher, armer und saurer Habitate weist die Flora von Flechten, Moosen, Pilzen und Gefäßpflanzen ein verhältnismäßig großes Reichtum auf. Bei der Moosen sind es ca. 22 % Moosflora Polens, bei Lebermoosen ca. 12 % Lebermoosflora Polens, bei Flechten ca. 15 % Flechtenflora Polens und bei Gefäßpflanzen sind es ca. 33 % Tieflandflora und 40 % Westpommernflora.

Unter Moosen und Lebermoosen dominieren Waldarten, insbesondere Nadelwaldarten und Torfmoorarten. Sie kommen sowohl auf der Erde, an Felsen, und Bäumen, egal ob lebend oder tot, als auch im Wasser vor. Man findet dort auch Reliktarten aus Glazialperioden wie

  • Bruchmoos Paludella squarrosa

oder Heidenrelikte wie

  • Gewöhnliches Krausblattmoos Ulota crispa (Moos),
  • Dreilappiges Peitschenmoos Bazzania trilobata (Lebermoos).

Außergewöhnlich wertvoll sind auch vom Aussterben bedrohte Arten, zu den gehörten u.a.

  • Hochmoor-Bauchsprossmoos Clapodiella fluitans (Lebermoos),
  • Moor-Gabelzahnmoos Dicranum undulatum,
  • Starrer Stumpfdeckel Hygroamblystegium tenax,
  • Braunes Torfmoos Sphagnum fuscum oder Warziges Torfmoos S. papillosum.

Was die Pilzenflora betrifft, so ist es immer noch eine wenig erforschte Welt. Es wurden bisher 483 Arten von makroskopischen Pilzen beschrieben (Stand: 2012). Es wurden dabei sowohl gemein vorkommende als auch selten vorkommende, vom Aussterben bedrohte Arten

  • Schaf-Porling Albatrellus ovinus,
  • Heide-Stäubling Lycoperdon ericaeum

und unter Schutz stehende Arten wie

  • Habichtspilz Sarcodon imbricatus,
  • Krause Glucke Sparassis crispa  mit berücksichtigt.

Aufgrund von Umgebungspräferenzen kommen die Pilze auf der Erde, an Bäumen (als parasitische und fäulnisbewohnende Pilze) sowie als sog. Waldstreupilze (fäulnisbewohnende Pilze, die organische Reste in der Waldstreuschicht zersetzen) vor. Als eine äußerst wichtige Gruppe gelten all diese Pilze, die in der Wurzelsymbiose sowohl mit Bäumen als auch mit anderen Pflanzen leben können. Das Vorkommen von Mykorrhizapilzen, und insbesondere der Anstieg ihrer Anzahl zeugt vom Gesundheitszustand von Parkwäldern.

Es sind auch unterirdische Pilze zu erwähnen, zu denen die im Nationalpark Tucholer Heide am häufigsten vorkommende Pilz - warzige Hirschtrüffel Elaphomyces granulatu gehört.

Außergewöhnlich interessant ist auch die Flechtenwelt im Nationalpark Tucholer Heide. Die meisten Flechten weisen eine Bindung an Waldgebiete - und zwar an Nadelwaldgebiete auf. Es betrifft sowohl Bodenarten als auch Baum- und Felsarten. Am häufigsten sind natürlich die Flechten der Gattung Cladonia vertreten, aber selbst unter denen gibt es auch seltene und interessante Pflanzen wie z.B. Alpen-Rentierflechte Cladonia stellaris. Zu Arten, die mit Aussterben bedroht sind, zählen hier die Bryoria-Arten - Wickelflechte Bryoria implex, Wrangelflechte Bryoria vrangiana.

Die Gefäßflora zeichnet sich durch eine beträchtliche Anzahl von einzigartigen für das ganze Land Arten aus. Es kommen hier zahlreich Reliktarten, also Arten, die für vergangene Klimaepochen und für damals zugehörige Pflanzengesellschaften charakteristisch waren, vor. Zu ältesten Bestandteilen der Parkflora zählen Glazialrelikte, die sich heutzutage durch eine Polar-Alpenreichweite, Boreal-Alpenreichweite und Borealreichweite auszeichnen, und dies sind:

  • Sumpfporst Ledum palustre,
  • Schwarze Krähenbeere Empetrum nigrum,
  • Moosglöckchen Linnaea borealis,
  • Moorreitgras Calamagrostis stricta.

Die Artenzusammensetzung von Gefäßpflanzen im Nationalpark Tucholer Heide beinhaltet auch eine verhältnismäßig große Artengruppe mit einer mitteleuropäischen und atlantischen Reichweite, darunter auch solche, die in Lobelienseen vorkommen:

  • Wasserlobelie Lobelia dortmanna,
  • See-Brachsenkraut Isoëtes lacustris,
  • Wechselblättriges Tausendblatt Myriophyllum alternifolium,
  • Schwimmendes Froschkraut Luronium natans,
  • Schmalblättriger Igelkolben Sparganium angustifolium.

Für den einzigartigen Charakter kann auch eine verhältnismäßig große Anzahl von unter Artenschutz stehenden Arten sowie von Pflanzen, die in die Gefährdungskategorie eingestuft und im 'Roten Buch gefährdeter Gefäßpflanzen in Polen' und im 'Roten Buch polnischer Pflanzen' erwähnt sind, sprechen.
Zu den erwähnenswerten Arten zählen u.a.: Pflanzen der Gattung Sonnentau:

  • Rundblättriger Sonnentau Drosera rotundifolia, Mittlerer Sonnentau Drosera intermedia und Langblättriger Sonnentau Drosera anglica,
  • Gattung Bärlappe,
  • Wasserschläuche Utricularia.